Tag 3 90 Mile Beach light

Den Abend gestern habe ich noch sinnvoll genutzt. Einmal rasieren….ein Schlachtfeld. Jetzt erkennt mich wirklich niemand mehr als Wanderer.

Danach Fernsehen. Fussball läuft. Aus Australien. Sah nach Kreisliga aus. Ja, bin verwöhnt.

Dann gingen auch schnell die Lichter aus. Dementsprechend war ich auch früh wach. Aber los sollte ich eben noch nicht. Hab bis fast 8 Uhr gewartet. Ungefähr bei der Halbzeit ist ein Fluss zu queren. Höchststand Wasser um 9.53 Uhr mit 2,30m. Also in dem Moment muss ich nicht da sein. Warten…

Beachzugang

Erst noch zwei Kilometer der Straße lang bis zum Strand. Auf dem Strand ist fahren ausdrücklich erlaubt. An dem Zugang jedoch, liegt so feiner Sand aufgeschüttet, mit einem Fehltritt konnte ich gleich die Schuhe ausleeren. Also aus dem feinen Sand auf die Betonpiste die man vom 90 Mile Beach kennt und ausleeren.

Auch gleich wie beim 90 Mile Beach ist: Man sieht sein Ziel früh, hier sofort. Am Anfang gut, aber dann merkt man das Ziel will nicht näher kommen….

Der Strand beschreibt eine Bogenform, eine stetige Linkskrümmung. Die leichte Querneigung gleicht die Fliehkraft aber aus.

Bin gemütlich los und hab nach kurzer Zeit Kopfhörer auf die Ohren gemacht und los.

Bis zur Flussquerung ging es dann auch recht flüssig. Schuhewechsel, die Trailrunners dürfen nicht nass werden. Dann ging das Wasser auch nur bis zum Knie, gar kein Problem. Eher erfrischend.

Auf der anderen Seite wollte ich die erste Pause machen. Moment war nicht für den ganzen Tag bewölkt angesagt? Kein Schatten, nur Sonnenschein. Das Longsleeve wollte ich anlassen, die Arme bedeckt halten. Hatte sie zwar eingecremt. Aber ja, ich komme aus dem Winter. Also nur kurz Pause mit eincremen Part 2.

Nach dem Mittag zog es sich dann. Der Ort wollte nicht näher kommen. Und jeder Kilometer zog sich wie Kaugummi.

An einem kleineren Fluss musste ich nochmals die Schuhe auszieen und siehe da. An der Düne ein paar verkrüppelte Bäume. Nochmals eine längere Pause. Im Schatten. Eine Wohltat für Beine und Rücken.

Nach den 24 km bin ich auf dem Zahnfleisch in den Ort gekrochen. Einkaufen, Abendessen. Eine Dose Fleisch mit Kartoffelbrei wollte ich machen. Schonkost. Im Wasser total vergriffen und das Fleisch war auch eine Suppe. Ich glaube so was grausames habe ich noch nie fabriziert. Hilft nix, rein musste es. Viel Flüssigkeit, tut mir gut.

Ansonsten habe ich mir einen ausgedienten Wohnwagen zum übernachten gegönnt. Hatte schon gedacht, dass Zelt aufstellen nicht mehr toll wäre.

Schadensaufnahme: oberer Rücken verspannt, aber nicht kaputt. Füsse sehen aus wie mit Schmirgelpapier behandelt, aber keine Blasen. Sonnenbrand auf den Handrücken….grrr. Wahrscheinlich Sonnencreme abgewaschen. Nasenspitze und Hals Sonnenseite wenig. Ansonsten, was tut nicht weh? Muss ich suchen.

Finde ich morgen auf dem ersten Stück nicht irgendwo die zweite Luft, laufe ich nur 12 km. Danach geht es in die Wälder und teilweise aus dem Empfang. Bis zur nächsten Hütte sind es nur 7 km, aber auch Regen ist im anmarsch. Mal Schauen.

Kurz vor acht, bald Schlafenszeit.

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