Jetzt gerade sitze ich im eigentlich stillgelegten Campingplatz von Colac Bay. Es schüttet schon seit Stunden, ich bin aber unter dem Dach angekommen. Der Regen soll jetzt dann aufhören und dann schlage ich mein Zelt auf. Und sollten sich keine Trail Engel melden, bleibe ich die Nacht.
Zurück zum Beginn.
Die Nacht im Campervan war super und ich war wie immer früh wach. Wie gesagt, Colac Bay war das Minimalziel. Dort sollte die Taverne wieder als Cafe aufgemacht sein und zelten dürfte man auch.
Also bin ich um acht Uhr los. Raus aus dem Campground:

Wer sieht ihn? Ein anderer Wanderer. Gut, bin ich ihm heimlich gefolgt. Zuerst war ich glücklich, es tut erstmal nix besonders weh. Aber wie man erkennt, es geht auf den Berg. Und schon bald stellte ich fest, Saft und Kraftlos. Ich hatte schon schwere Muskelkater nach anstrengenden Tagen. Aber das hier ist was anderes. Ich musste öfter stehenbleiben und kurz abwarten.
Beim bergablaufen, steil wie immer in Neuseeland, haben die Beine angefangen zu zittern. Auf einfacher Strecke.
Ich muss mir einfach eingestehen, der Körper schafft es gerade nicht, die Batteriespeicher aufzufüllen. Der Magen-Darm-Mist wirkt noch nach. Ich laufe gerade noch, aber ziemlich auf Reserve.
Ich bin auch beim letzten Mal immer auf der sicheren Seite geblieben. Und so werde ich es auch jetzt machen. Kein Longwoodforest für mich, Erholungstage irgendwo anders. Colac Bay muss es auch nicht sein.
Vermutlich wird es Te Anau. Ich schaue morgen, wie ich weg komme. Eine weitere Gruppe bucht ein Shuttle aus Te Anau am Samstag. Da könnte ich mich dranhängen (wenn es weiter bergauf geht mit der Gesundheit). Die würden auch in eine einfacheren Abschnitt starten und den Monstertag am Anfang mit dem Shuttle killen.
Der Rest vom Tag. Den Wegverlauf hat sich wieder ein Kiwi erdacht. Nein, wir können nicht einfach am Hang entlanglaufen. Wir klettern in jede Bucht.

Mit erschrecken stelle ich fest, dass ich kein Foto von den Buchten gemacht habe. Wunderschön, ich war aber mit Klettern beschäftigt. Nach einer Zeit hatte sich der Körper auch dran gewöhnt und hat die Reserve zur Verfügung gestellt.
Nach der Hälfte der Strecke war ich dann an der großen Bucht angelangt. Gleichzeitig hat der Himmel die Schleusen geöffnet. Und diesmal kein Betonsandstrand, sondern mittelgroße Steine. Kommt man kaum voran. Hinter dem Strand hab ich später ein Wegchen gefunden. Und darauf liess es sich gut laufen. Trotzdem klatschnass kam ich an der Bäckerei an. Um festzustellen, dass sie Mo/Dienstag Ruhetag haben.
Ein Schild an der Türe besagte, anrufen zur Unterkunft. Hab ich gemacht, mir wurde gesagt, wo ich mein Zelt hinstellen darf.
Sie haben aber noch den alten Wohnbereich/Küche. da bin ich untergekrochen. Jetzt hat der Regen aufgehört. Jetzt kann ich das Zelt aufstellen.
Wie es weiter geht, werde ich sehen.
PS: nach dem Regen kommen die Sandflies raus. Die hatte ich bisher nicht vermisst.
PPS: das TA Trail Angel Netzwerk ist super. Nach Te Anau geht es morgen.