Tag 12 km 25 Leichter??

Es stand der letzte (große) Wald im Norden an. Omahuta und Puketi Forest. Leichter sollte er nicht sein, nur anders.

Am Morgen sind alle früh aus dem Schlafsack gekrochen. 25 km durch den Wald, das kann schon dauern. Leider war auch das Zelt und Zubehör durch Kondensation klatschnass. Hilft nix, ausschütteln und einpacken. Die Australier waren wie immer die Ersten. Ich habe mich nur fünf Minuten später auf den Weg gemacht. Nach mir kamen die Schwedinnen. Dann der andere Deutsche. Nach einer Dreiviertelstunde haben mich die Schwedinnen eingeholt. Kurz darauf ging es steil bergab. Da eine der Schwedinnen bergab auch nicht unbedingt schnell ist, konnte ich das bisschen wieder aufholen und mithalten. Danach kamen wir am ersten Bach an. Hier ist der Bach der Weg, also nasse Füße holen und runterlaufen. Aber wunderschön. Etwas kühl zwar, aber wann läuft man mal einen Bach runter (außer hier). Nach 5km fließt der Bach dann in einen größeren Fluß. Den muss man queren. Das ist die Stelle, wegen der wir einen Tag ausgeharrt haben. Wir wussten, dass man rechts noch kurz über einen Hügel klettern muss, damit man zu einer passablen Querungsstelle kommt. War auch riesig ausgeschildert. Also über den Hügel. Die Aussis saßen auch noch am anderen Ufer und haben uns zur besten Querungsstelle geleitet. Kein Problem.

Wie wir nachher erfahren haben, hat der Nachzügler die Stelle nicht gefunden und ist schwimmen gegangen. Rucksack hat einigermaßen dicht gehalten. Aber schwimmen ist doof.

Als nächstes musste man dem Fluß nochmals 6 km folgen. 20m am Uferhang hoch, Wurzeln, glitschige Stellen, klettern, 20m runter. Und wieder hoch….

Mich hatte es zuerst erwischt. Bergab vor einem Rinnsal, das einen 1m tiefen Graben gegraben hatte. Zack Füße ausgerutscht und auf dem Arsch bis in den Graben gerutscht. Und ich stand wieder im Wasser. Aber nix passiert.

Die Schwedinnen hatten sich unterdes getrennt. Eine Topfit und schnell vorraus, die andere hatte mein Tempo. Sie ist als nächstes ausgerutscht, hat sich aber versucht mit dem Arm abzufangen. Zuerst ist sie aufgesprungen, nix passiert. Am nächsten Hindernis jedoch, als ich hier die Hand zur Hilfe gereicht habe, durfte ich sie nicht daran halten. Das tat weh. Geradeausbewegungen gehen gut, abspreizen geht nicht. Ab da wurden wir schleppend langsam, alleine voraus wollte ich auch nicht. Bis zum Ende der Passage, war schon 13 Uhr. Kommt ein Schild: 12km – 5h. Hochrechnung 18 Uhr Ankunft.

Erst mal gerade den Berg rauf. Die Schwedin vorne weg. Beide Arme einsetzend. Obwohl man zum Teil Holzstufen zum Schutz der Kauribäume gebaut hat, 1km = 1h. Danach die Schwedin, sie braucht eine Pause. Klar. Ok. Ich eigentlich auch. Sie kocht jetzt was. Ich: Im Ernst? Sie: Ja, ich kann aber ruhig weiter. Der andere Deutsche kommt ja noch.

Dann bin ich halt alleine weiter. Alle 30 min einen Müsliriegel verdrücken und weiter. Die Strecke wunderschön durch einen Kauriwald (die sind selten). Nur, bergauf, bergab, eben gibt es nicht. Und ein wenig Berg auch nicht.

Nach weiteren 1,5 h ein Schild 9km – 2,5h. Kann ich nicht rechnen?

Nein, da war ein befahrbarer Waldweg. Leider auch nie eben, aber gut begehbar. Um ca 18.30 Uhr war ich am Ziel. Und wieder völlig am Ende. Füße und leider auch Fußgelenke schmerzen. Immerhin keine neuen Blasen.

Schnell Zelt aufbauen, aber leider trocknete da nix mehr. Aussen so nass wie innen. Schlafsack feucht. Und die Nacht sternenklar und kalt. Hab dementsprechend etwas gefroren. Fußbereich des Schlafsacks naß, alle Socken nass. Macht Füße kalt. Oben habe ich zur Downjacke gegriffen, der Körper sonst war warm. Hab geschlafen, aber nicht gut.

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