Tag 31 km 13 Kniekiller Teil 2

Gestern Abend kam kurz vor dem dunkel werden noch ein Jäger zur Türe rein. Er jagt Wildschweine mit einem Langbogen. Für den Fall, daß der Schuss nicht Final war, hat er drei martialische Messer dabei. Eigentlich wollte er unter einem Tarp übernachten, aber das schlechte Wetter hat ihn in die Hütte getrieben. Es gab zwei Zimmer zum übernachten. Die Damen hatten das eine Zimmer belegt, also hatte ich plötzlich ein Übernachtungsgast im Zimmer. Hatte ich nicht ein Einzelzimmer gebucht?

Mit dem Jäger kamen auch Tank und Millie mit, ein kleiner Hund und ein Pitbull. Waren aber beide brav und wohlerzogen. Der Jäger sah aber schnell, daß er sie in die schnieke Hütte mit den kritischen Gästen nicht rein lassen kann. Deshalb entschied er sich, zusammen mit seinen Hunden, in die alte Hütte umzusiedeln.

Am nächsten Morgen war zuerst alles grau in grau. Wir hatten aber den Wetterbericht angeschaut und er versprach, dass das Wetter besser werden soll. Also haben wir uns mit den Vorbereitungen Zeit gelassen. Und siehe da, ab 9 Uhr war das Wetter besser.

Unsere Laune verschlechterte sich aber beim Blick auf den Wegweiser. 5,6 km=5h. Und es hatte die ganze Nacht geregnet!

Zudem hatte sich mein Telefon aufgehängt. Beim Versuch des Neustarts kam nur noch ein kreiselndes Zeichen heraus. Einzigste Chance: Warten bis der Stom alle ist. Es war gerade voll geladen…

Zudem beschlossen wir, ausnahmsweise zusammen zu laufen. Sonst läuft immer jeder sein eigenes Tempo. Aber wenn der Abstieg das hält, was der Aufstieg verspricht…

Was soll ich sagen: Es wurde noch schlimmer. 300m steil den Matschhang runter, um dann 300m wieder hoch zu klettern. Danach wieder 400m runter. Alle drei sind mindestens ein mal gestürzt. Bei der Kiwi-Dame kam es zum Bruch, zum Glück nur der Wanderstock. Sie stürzte, versuchte sich mit dem Stock abzufangen, dieser war auf halber Höhe gegen eine Wurzel gelehnt. Knack, sauberer Bruch.

Nach 5 1/2h waren wir völlig fertig der Matschhölle entsprungen. Am Bach wurde erst mal gewaschen was ging. Ja, die Stiefel waren gut für den halt. Aber, wenn das Wasser drin ist, geht es nicht mehr raus. Das sollte noch bestraft werden.

Die Damen wollten am Morgen von hier noch 20 km weiter. Es war aber schon 15 Uhr. Ich hatte ein Ziel 12km weiter anvisiert. Dann war aber das morgige Ziel Waitomo nicht zu erreichen. Plan B. Übernachtung bei jemand im Vorgarten, das wird in den Trail Notes angeboten. Und am Tag danach ein Shuttle nach Waitomo. So kaputt wie wir von den zwei Tagen waren, die beste Option.

Dazu mussten wir noch 7km Straße hinter uns bringen. Mit den klatschnassen Füßen kamen dabei die Blasen wieder. Und zwar nur an den Stellen, an denen die Blasen von der 90 Mile Beach waren. Die alte Haut ist runter, die Neue noch nicht strapazierfähig genug. Ich hatte noch versucht zu tapen, hat aber nicht gehalten. Da ist der Tag Pause gleich doppelt gut.

Im Vorgarten das Zelt aufgebaut und dann die fremde Küche belagert. Der Gastgeber hat auch über seine Zeit beim Film erzählt. Er war ein Ork in einer Szene. Wurde leider rausgeschnitten. Zudem arbeitet er für Search und Rescue und hat von Hikern, Jägern und allen anderen erzählt, die er vom Pirongia herunter holen musste.

Blick zurück zur Hütte. Da war das Wetter schon gut.

Im Hintergrund sind nur Schemenhaft die Vulkane zu sehen. Rechts der Ruhapehu, links Mt. Ng…. ach der Schicksalsberg aus Herr der Ringe. Weiß wie die Wolken. Ja, es liegt noch Schnee. Spätestens in zwei Wochen wollen wir dort durch.

Zelten im Vorgarten

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