Tag 91 km 20 Suche nach dem Weg

Das erste was gestern Abend noch passiert ist: Ich versuche die Augen zu zu machen und von unter der Decke trappelt es und ein paar alte Rattenköttel fallen auf mich herab. Ich habe dann noch zwei Mal gecheckt, ob unser Essen auch wirklich sicher ist. Ja, war es. In den Hütten ist oft über dem Kamin ein Gestell angebracht, an dem man das Essen aufhängen kann.

Danach hat mich die Erschöpfung übermannt und ich habe friedlich geschlafen. Alle meine Sachen waren aufgehängt, ich bin ja ab und zu lernfähig.

Am Morgen war ich trotzdem kurz nach dem Morgengrauen wach. Beim raus gehen bin ich auf ein loses Bodenbrett getreten. Blöderweise standen auf dem anderen Ende alle Wanderstöcke. Die Mädels waren im anderen Zimmer zwar schon wach, haben mich trotzdem aufgezogen. „Netter Wecker.“

Und so waren wir wieder halbwegs früh unterwegs. Zu Anfang noch relativ einfach durch ein breites Tal mit großen Wiesen. Und natürlich einer größeren Flußkreuzung, nasse kalte Füße. Alles wie immer. Nach drei Stunden kamen wir an der nächsten Hütte an. Hier haben die Texanerin mit Gruppe und die Finninen übernachtet. Die Texanerin haben wir noch erwischt, die sind gerade gestartet. Sie und die Finninen haben aber ein ferneres Ziel als wir.

Uns wurde hier klar, dass wir es heute schon aus der Passage schaffen können und wollen. Wir haben uns mit dem langen Tag gestern einen Ruhetag in Arthurs Pass erkauft. Silvester verbringen wir in Arthurs Pass.

Also nach einem Riegelstopp weiter. Ab da fingen die Probleme an. Die Trailnotes sagten, dass einige Stellen durch Auswaschungen unmarkiert sind. Im Endeffekt war mehr unmarkiert als markiert. Wir haben uns möglichst am Waldrand gehalten. Auch mussten wir den Fluß an verschiedenen Stellen furten.

Heute war ich etwas gemein. Ich bin alleine durch den Bach und hab die Mädels dann zu dritt gehen lassen. Und siehe da, plötzlich gehen sie dahin, wo sie ausgemacht haben. Gut, ich habe immer vorgemacht, wo die guten Stellen sind und bin als erster durch den Fluß. Ich habe wohl ein Auge dafür. Und hatte alleine auch keine Probleme.

Viele Kilometer musste man durch trockene Bachbetten gehen. Das hat ziemlich Zeit gekostet. Um kurz vor zwei waren wir dann am Abzweig zum Aicken Car Park. Da konnte man abkürzen, musste aber zu Fuß durch den Otira River. Wir wollten uns das zumindest anschauen.

Dort angekommen, haben wir etwas nach der besten Stelle gesucht. Ich habe den Mädels wieder den Vorschlag gemacht, den Wegsucher zu machen. Alleine.

Auch hier ging mir das Wasser nur zum Knie. Gute Stelle gefunden. Die Mädels kamen dann auch Einzeln nach. Easy.

Nach 400m dann am Parkplatz angekommen. Ein Auto kam gerade angefahren. Die Schwedinnen sind direkt zum Straßenrand um zu trampen. Die Straße nach Arthurs Pass ist steil und eng. Die kann man nicht laufen.

Das Auto das angefahren kam, gehörte zwei Asiaten. Sie fragten uns 10min über den TA aus. Wir erzählten auch groß und breit, dass wir eine Mitfahrgelegenheit bräuchten. Freudig winkend ließen sie uns stehen.

Die Schwedinnen kamen schnell weg. Die Kiwidame und ich mussten auch nur 10 min warten. Ein in Arthurs Pass beschäftigter Doc-Mitarbeiter nahm uns mit. Und erzählte auch so einige nützliche Dinge. Dieses Jahr haben sie schon den doppelten normalen Niederschlag und es hat immer noch Schnee auf den Bergen. Dadurch führen die Flüße immer noch relativ viel Wasser. Auch vom örtlichen Campingplatz riet er uns ab. Die Bergpapageien, die Keas zerstören mit Vorliebe Zelte.

In Arthurs Pass angekommen dann der Rückschlag. Wir hatten ja nur für Silvester gebucht. Heute war das YHA schon ausgebucht. The Sanctuary, Rettungsanker für alle TA Hiker hat uns aufgenommen. Aber: Nur drei Betten übrig. Ich wollte im Gemeinschaftsraum schlafen, der Besitzer hat mir dann aber noch ein Lagerraum gezeigt. Ich passe genau rein, aber ein Dach über dem Kopf. Keafrei, dafür vielleicht Mäuse. Egal, nach mancher Hütte ist jedes Einzelzimmer Luxus.

Morgen ist dann der erkaufte Ruhetag.

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